ASW 2015

Skipperin: Veronika mit Crew: Brigitte, Barbara H., Michi, Johanna, Ulli, Gisela H., Ingrid
Boot: Amaro (Salona 38)
Revier: Adria: Solta-Brac-Hvar-Solta
Zeit: 25. - 30. Mai
 
Galerie:
 
Bericht:
 
Vom  25. – 28.5. fand heuer die 20.te Adriatic Sailing Week statt, ein Grund mehr wieder eine BWWC Crew zu stellen. Gesegelt wurde in 2 Einheitsklassen, mit der schnellen Salona 38 mit Spi und der etwas behäbigen, mit Wendefock und Genaker ausgestatteten Hanse 445. Klar, dass wir mit einer Salona 38 namens „Amaro“ unterwegs waren und der Manöverschluck Amaro 18 war.
 
Geskippert hat (unter mehr oder minder lautem Protest) wieder Veronika Siegl. Die Crew bestand aus Brigitte Zörweg (am Groß und überall wo Not an der Frau war und vor allem Kraft benötigt wurde!), Barbara Horst (am Klavier und als souveräne Navigatorin), Johanna Hofmann („das Vordeck gehört mir!“), Michaela Rieger  (am Mast), Ingrid Klemen (am Spi und wichtig! in der Kombüse), Gisela Hermann (trimmte die Genua) und Ulli Goldschmid (am Spi und auf der hohen Kante).
 
Was uns an der ASW besonders gefällt ist die perfekte und doch sehr fröhliche und lockere Art der Organisatoren (Christian Kargl und  Bernd Mayr von Eventery), dass sich „Staberl“ (zum Aufwärmen) und Langstreckenkurse abwechseln und fast jeden Tag eine anderer besonders hübscher Ort in  Mitteldalmatien angelaufen wird.  Hervor zu Heben ist, dass uns, als einzige Frauencrew, bei dieser Regatta  viel Lob und Anerkennung von den anderen Crews zu Teil wurde und eine ungeheuer freundliche, fröhliche Stimmung zwischen den Crews herrschte.  Man kämpfte hart und unerbittlich aber fair bei den Wettfahrten und freute sich nachher gemeinsam über Siege bei einem Glaserl Sekt und einem Erfahrungsaustausch. Man(n) freute sich aufrichtig mit uns über gute Plazierungen und bei der Siegerehrung bekamen wir für unseren vieren Platz mehr Applaus als die Sieger.
 
Die Wetterbedingungen waren hervorragend, Neptun meinte es wirklich gut mit uns. Verließen wir Österreich bei Kälte und Starkregen empfing uns Kroatien mit Sonne, duftenden, gelben Ginsterbüschen und wenig Wind, (bis auf die Wettfahrt rund um die Pakleni-Inseln bei Starkwind) was sich für uns durchaus als Vorteil erwies.
 
Wir übernahmen unsere „Amaro“ in der Marina „Kremik“, genossen ein sensationell gutes Abendessen im Restaurant „Mediteran“ in Primosten und segelten entspannt am 24.5. nach Solta in die Marina „Maslinica“, wo die Registrierung erfolgte, im feinen „Burgrestaurant“ die Eröffnungsveranstaltung und am nächsten Morgen, bei wenig Wind, die erste Regatta stattfand.  Anschließend an dieses „Staberl“ (Platz: 2) gabs eine Langstreckenregatta (Platz: 6) nach Milna auf der Insel Brac.
 
Am Dienstag gings, nach einem neuerlichen „Aufwärm- Staberl“ (Platz: 6) bei leichtem Wind nach Sv. Klement in die Marina „Palmizana“ auf Sveti Klement (Platz: 3). Hier gabs zur Belohnung  einen tollen Grillabend in einem netten Restaurant mit Blick übers Meer. Anschließend wurde ausgiebig getanzt.
 
Am nächsten Tag war Schluss mit Lustig. Der dritte Regattatag bescherte uns eine flotte Bora mit Böen über 30kn.  Der Kurs führte durch den Kanal von Hvar rund um den Leuchtturm Paklenji Dol und wieder nach Norden, also rund um die Pakleni-Inseln bis zur Einfahrt Marina Palmizana.Wir hatten beim Verlassen des Kanals eingerefft, eine gute Entscheidung, kam es bei 3 Booten der Hanse doch zu Ruderbrüchen, und belegten  Platz 5.  Nicht genug, schickte uns die Regattaleitung um Christian Kargl nochmal ins Gefecht. Der Wind hatte wieder kräftig zugelegt und so gab es noch eine flotte Wettfahrt auf einem Dreieckskurs im Kanal von Hvar, den wir an der letzten Wendeboje für uns entscheiden konnten. Der Jubel war groß, wir hatten endlich einen 1.ten Platz. Als Belohnung charterten wir uns ein witziges Schnellboottaxi nach Hvar und feierten bei gutem Essen und einem Drink unsern Erfolg. Die „Leichtwindkatzen“ hatten gezeigt, dass sie auch bei viel Wind ihre Krallen zeigen können.
 
Am letzten Regattatag segelten wir bei Nordwestwind wieder zurück nach Solta. Das Feld zog sich weit auseinander, aber wie so oft war die Regatta auch hier erst im Ziel entschieden.  Am nördlichen Kap von Solta war dann  extreme Flaute und plötzlich waren die Karten wieder neu gemischt, denn alle Yachten tümpelten mehr oder weniger antriebslos herum. Nach einem (für den Gegner missglückten) Luvduell hatten wir plötzlich wieder eine Brise und kamen als 3.te ins Ziel. Gesamt wurden wir hinter Michael Schwabl  auf der „Rum“, Stefan Jennewein auf der „Champange“ und Thomas Schmidbauer auf der „Whiskey“ 4.te.  Es wurde eine rauschende Siegesfeier mit Freibier, tollem Essen, Gin Fizz und Tanz.  Um Mitternacht ließen wir unser Geburtstagskind Johanna hochleben.
 
Unersättlich wie wir sind, nutzten wir den leichten Wind am nächsten Tag für ein bisschen „Training“ am Weg zurück in die Marina „Kremik“. Rollentausch war angesagt. Jede hatte die Möglichkeit mal „was anderes zu tun“. Ich mußte/durfte Steuern, Barbara trimmte den Spi, Veronika die Genua. Sehr lehrreich!! Nochmals genossen wir das schöne Wetter, gingen mit Crews anderer Yachten Abendessen und fuhren am nächsten Tag müde, etwas blaugeschlagen aber zufrieden nach Hause.
 
Was besonders Spaß gemacht hat? Das schöne Segelrevier in Mitteldalmatien, die hervorragende Regattaorganisation, das schnelle Schiff, und endlich wieder mal Langstreckenregatten und nicht die ewig faden Staberlkurse.
 
Fazit: Nächstes Jahr  kommen wir wieder.